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Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 -1704): Rosenkranz Sonate Nr. 1 „Verkündigung“
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Sonate Nr. 2 A-Dur BWV 1015
Heinrich Ignaz Franz Biber: Sonata „Representativa“
„Was haben eine Nachtigall, eine Wachtel, ein Frosch und ein Musketier gemeinsam? Sie bilden die illustre Schar der Protagonisten in Bibers Sonata «Representativa». Miau! – Ja ja, eine Katze ist auch noch dabei“
Johann Sebastian Bach: Sonate Nr. 3 E-Dur BWV 2016
Ensemble le buisson prospérant
Daniel Kagerer | Violine
Gabriel Wernly | Violoncello
Kantor Jörg Ulrich Busch | Cembalo & Orgel
In der zweiten Late Night Music erklingen Werke der beiden höchst einflussreichen Barock-Komponisten Heinrich Ignaz Franz Biber und Johann Sebastian Bach. Bibers „Rosenkranz-Sonate Nr. 1“ (Verkündigung) verzaubert mit ihrer meditativen, scordatur-bedingten Klangwelt, während die „Sonata Representativa“ mit programmatischen Tier-Imitationen und einem Musketier überrascht. Von Bach erklingen zwei Solosonaten für Violine: die Sonate Nr. 2 A-Dur BWV 1015 und die ausdrucksstarke und für die Interpreten überaus anspruchsvolle Sonate Nr. 3 E-Dur BWV 1016. Ein Programm voller technischer Brillanz und grosser Ausdruckskraft.
Komponist und einer der grössten Violinvirtuosen der Barockzeit
Heinrich Ignaz Franz Biber: Er wurde als «bester Violin-Spieler» des 17. Jahrhunderts bezeichnet, war aber auch einer der wichtigsten Komponisten seiner Zeit, wofür er schliesslich in den Adelsstand erhoben wurde. – Er war ein gewandter Rhetoriker und beherrschte fließend das Lateinische. Der Böhme Heinrich Biber besuchte wohl ein Jesuiten-Gymnasium, wo er zugleich eine musikalische Ausbildung erhielt. Dafür sprechen auch die beiden von ihm selbst gewählten Beinamen, die er in Verehrung der Heiligen Ignatius und Franciscus annahm.
Von 1670 an stand Biber in Diensten des Salzburger Erzbischofs, ab 1684 als Hofkapellmeister. Er war ein genialer und herausragender Violinvirtuose. Noch 100 Jahre später schrieb der Musikreisende Charles Burney über ihn: «Von allen Violinisten des letzten Jahrhunderts scheint Biber der beste gewesen zu sein, seine Solos sind die schwierigsten und originellsten jedweder Musik, die ich aus der selben Zeit gehört habe.»
Biber war berühmt dafür, bis in die 7. Lage spielen zu können, was sein Zeitgenosse Arcangelo Corelli für ganz unmöglich hielt. Er verwendete Doppelgriffe bis hin zu drei- und vierstimmigen Akkorden und setzte in seinen Violinwerken wie z.B. den sogenannten Rosenkranzsonaten oft verschiedene Arten der Skordatur ein, also eine veränderte Grundstimmung der Saiten, um das Klang- und Ausdrucks-Spektrum zu vergrössern. Seine Passacaglia für Violine solo ist das bedeutendste Werk seiner Art vor Bachs Chaconne.
Da Biber als Virtuose keine großen Konzertreisen unternahm, verbreitete sich vor allem sein Ruf als hervorragender Komponist, wie der Eintrag in Johann Matthesons «Grundlage einer Ehrenpforte» 1740 zeigt: «Vom Kaiser Leopold hat er sich zweimal hören lassen, und ist erstlich mit dem Reichsadel, unter dem grossen Insiegel; hernach mit einem Gnadenpfennige, samt schwerer güldnen Kette, beschenket worden. Ferner stund er am Bayerischen Hofe wohl angeschrieben, da ihn nicht nur der Churfürst wegen seiner musikalischen Wissenschaft, auch mit einer güldnen Ketten und dem daran hängenden Gnaden-Pfennige, sondern dessen Nachfolger an der Chur nicht weniger mit eben dergleichen Schmuck belegt hat. In den Kaiserlichen Erblanden, wie auch in Frankreich und Italien, ist er wegen seiner Komposition hochgeachtet worden.»
Mit der Erhebung in den Adelsstand durfte er sich fortan Heinrich Ignaz Franz «Biber von Bibern» nennen. Er schrieb Kammermusik und Konzerte für verschiedenste Instrumente und Besetzungen, geistliche Vokalwerke wie die monumentale 53-stimmige Salzburger Messe, bis hin zu drei Opern, von denen aber nur eine vollständig erhalten ist. Aus allen diesen Werken spricht ein erstklassiger Komponist mit großer Erfindungsgabe, mit Melodiegefühl und meisterlicher Beherrschung des Kontrapunkts. Zu Unrecht steht ein Großteil davon im Schatten seiner epochalen Violinwerke. (Autor: D. Krenge, BR, Mai 2022)
le buisson prospérant ist seit vielen Jahren das Ensemble und Orchester in residence am Fraumünster in Zürich.
Daniel Kagerer | Violine
Daniel Kagerer ist seit dem Jahr 2003 Mitglied des Orchesters der Oper Zürich. Neben seiner Arbeit im Opernhaus spielte er nahezu alle grossen Violinkonzerte mit zwei grossen Orchestern in Bayern, mit seinem Orchester «le buisson prospérant» auch alle Bach-Konzerte auf Barockinstrumenten. Meisterkurse besuchte Daniel Kagerer bei Ana Chumachenko, Thomas Brandis, Tabea Zimmermann, Walter Levin und dem Alban Berg Quartett. Daniel Kagerer ist auch Mitglied im Barockorchester La Scintilla, das u. a. mit Nikolaus Harnoncourt, Cecilia Bartoli und Riccardo Minasi zusammenarbeitet.
Gabriel Wernly | Violoncello
Seit dem Jahr 2004 musiziert Gabriel Wernly als Solist mit vielen international bedeutenden Kammermusikern und Kammerorchestern zusammen. https://www.wernlywalter.ch/ueber-uns/gabriel-wernly/
Kantor Jörg Ulrich Busch | Cembalo & Orgel
joergulrichbusch.ch
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